Ziegelheim.de

Suche

Direkt zum Seiteninhalt

Entstehung

Dorfchronik

Entstehung Ziegelheims

Im Jahre 1152 wird der Hohenstaufer Herzog Friedrich von Schwaben als Friedrich I. zum deutschen König gewählt. König war niemand anderes, als der uns bekannte Friedrich Barbarossa (Rotbart). Im Jahre 1155 erfolgte seine Krönung zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Dieser Kaiser ist von Größe und Macht einem Karl dem Großen (Frankenkaiser) oder Otto I. (1.deutscher Kaiser) gleichzusetzen. Er verstand es, das deutsche Königreich wieder unter einer starken Zentralgewalt zu einen. Um sich aber gegen die Herzöge durchsetzen zu können, brauchte er die deutschen Kirchenfürsten und den Papst mit seiner römischen Kirche. Schließlich vereinigten sich Missionierungspolitik des Klerus und Sicherungspolitik der Ostgrenzen seitens des Kaisers unter seiner Führung. Im Jahre 1152, noch als König, machte er Bischof Wichmann von Zeitz, der ihm nahe stand, zum Erzbischof von Magdeburg und damit zum obersten Missionar in den slawisch-deutschen Gebieten im heutigen mitteldeutschen Raum. Im Jahre 1180 schließlich, fällt der sächsische Herzog Heinrich der Löwe bei Barbarossa in Ungnade und verliert seine Herzogtümer Sachsen und Bayern. Zeitgleich werden die Markgrafen von Meißen (schon die Wettiner) und der Lausitz, die Grafen von Anhalt, Holstein, Jülich, Kleve und Berg vom Lehensverband zu Sachsen frei und damit unabhängig. Das alte Herzogtum Sachsen wird zerstückelt und vor allem unter den norddeutschen Kirchenfürsten aufgeteilt. Im Jahre 1190 stirbt Kaiser Friedrich I., Barbarossa, auf dem Rückweg vom 3.Kreuzzug ins Heilige Land im Alter von 70 Jahren. Die deutsche Bevölkerung kann das Ableben dieses großen und beliebten Kaisers nicht begreifen. Und da niemand die Leiche zu Gesicht bekam (Eingeweide und Gehirn wurden in Antiochien, der übrige Körper zu Tyrus beigesetzt- beides in Vorderasien), entstand die Sage, das er im Kyffhäuser sitzend schlafe und eines Tages wiederkehren werde.
In diese lange und stabile Kaiserzeit des Barbarossa fällt aller Wahrscheinlichkeit nach auch die Entstehung unseres Ortes. Wie auch unsere umliegenden Gemeinden, liegt die Gründung Ziegelheims meiner Meinung nach zwischen 1169 und 1190 oder aber in der frühen Regierungszeit seines Sohnes, des späteren Kaisers Heinrich VI., 1190 bis ca. 1195. Erwiesen ist, das Altenburg (bereits 1132 als Castrum Plysn erwähnt- Kaiserpfalz Pleißen) und sein Umland in dieser Zeit ein so befriedetes Gebiet gewesen sind, das wichtige Hoftage, Fürstentreffen, Gerichte, Jahrmärkte abgehalten wurden. Kaiser Barbarossa hielt sich allein sieben Mal, und sein Sohn im Jahre 1190 einmal in Altenburg auf. Diese Bedingungen eines weitläufig befriedeten Gebietes, Bevölkerungszuwachs, erhöhter Nahrungsbedarf, guter Boden und relativ `freie` Bedingungen begünstigten die bäuerlichen Ansiedlungen auch im entfernteren Umlande um Altenburg. Die Tatsache, das in der Ersterwähnungsurkunde Ziegelheims vom 23.März 1254 von einem „Hugo plebanus de cygilheim“ - also von „Hugo, Pfarrer von Ziegelheim“ die Rede ist, ist insoweit von Bedeutung, da es im Orte also sowohl eine Kirche als auch einen eigenen Pfarrer gab. Da selbst Jahrhunderte später nur größere Gemeinden eigene Kirchen und längst nicht jede Gemeinde einen eigenen Pfarrer hatten, muss Ziegelheim eine bedeutendere Gemeinde gewesen sein. Sie hat also schon einen gewissen Entstehungszeitraum hinter sich gehabt. Dieser ist allerdings bei weitem nicht so lang gewesen, wie etwa in den alten deutschen Siedlungsräumen (heute Westdeutschland), in denen Gemeinden aus einzelnen Bauernhöfen entstanden und die Kirchen, Schulen, öffentl. Gebäude (auch abhängig vom Reichtum der Gemeindemitglieder) später dazukamen. Dazu muss man wissen, dass eine intensive Missionierungs- und Ansiedlungspolitik (vergleichbar etwa mit den großen Wagentrecks in den Westen der USA oder der Gründung der jüdischen Siedlungen im Westjordanland in der heutigen Zeit) betrieben wurde. Das heißt, es sind geschlossene Verbände, Gruppen von Menschen hier sesshaft geworden, begleitet von Kirche und Lehnsherren. Es ist sogar wahrscheinlich, das die Kirche als Anlauf- und Treffpunkt eines der ersten Gebäude neben Herrschaftssitzen war. Um diese `Zentren` bauten die Siedler dann ihre Häuser und Anwesen. Aufgrund dieser Ausführungen vermute ich, dass im Jahre 1254 die Gründung unseres Ortes nicht länger als zwei bis drei Generationen zurückliegen kann. Spricht man etwa aller dreißig Jahre vom Generationswechsel kämen wir auf etwa 60 bis 90 Jahre!











Ersterwähnungs-Urkunde vom 23.3.1254
(6.Spalte von oben, ganz rechts:?Hugo
7.Spalte von oben, ganz links:
?plebanus de Cygilheim)


Homepage | Geschichten | Dorfchronik | Gästebuch | Links | Impressum | Sitemap


Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü